
Industrial 3D-Printing 2026 –
der Rückblick
Zehn Jahre, ein Tag, über 30 Grad
Manchmal entscheidet das Wetter mit. Der 25. Juni hatte deutlich über 30 Grad – und wer uns kennt, weiß: Beim Dresscode sind wir ohnehin eher entspannt unterwegs. An diesem Tag war das jedoch kein Stilbruch, sondern schlicht Überlebensstrategie. Umso schöner zu sehen, dass es uns außerdem viele Gäste gleichgetan haben – kurze Ärmel, gute Laune, der Foodtruck als willkommener Schattenplatz. So lässt sich Industrie aushalten.
Was als kleine Idee zum Jubiläum begann, ist zu einem Tag geworden, der den Bogen über zehn Jahre CR-3D gespannt hat: von den ersten Druckern, bei denen man froh war, wenn ein Prototyp halbwegs maßhaltig herauskam, bis zu Bauteilen, die heute in zertifizierten Lieferketten, Serienprodukten und Verteidigungssystemen stecken. Genau diesen Weg haben wir mit unseren Gästen noch einmal nachgezeichnet – und vor allem nach vorne gedacht.

Begrüßung & Grußworte
Eröffnet haben Christian Reil und Michael Zankl. Dass das Event auch über Cham hinaus Gewicht hat, zeigten die Grußworte: Franz Löffler, Bezirkstagspräsident der Oberpfalz, sowie Martin Stoiber, Bürgermeister von Cham und stellvertretender Landrat des Landkreises, ließen es sich nicht nehmen, vorbeizukommen – und unterstrichen, welchen Stellenwert additive Fertigung als Wirtschaftsfaktor für die Region inzwischen hat.
Dass das kein leeres Lob ist, sah man am Publikum: Unter den Gästen waren zahlreiche Industriebetriebe und Partner – von Zollner über BHTronik bis hin zu Vertretern von Siemens. Die Oberpfalz kann Industrie – und an diesem Tag stand sie deshalb zusammen in einer Halle.

Die Keynotes: drei Blickwinkel, ein roter Faden
Drei Keynotes, volle Reihen, kein einziger Blick aufs Handy – so muss das.
Den Auftakt machten Christian Reil (CR-3D) und Daniel Schöpfl (Automation.Express) mit der Frage, die den ganzen Tag tragen sollte: Was passiert eigentlich, wenn man Hardware, Material und Software nicht nebeneinanderstellt, sondern als ein System denkt? Die Antwort ließ den Saal kurz still werden – aber dazu später mehr.
Thomas R. Kerk holte für unseren Partner Rheinmetall Landsysteme ein Thema auf die Bühne, bei dem viele im Publikum genauer hinhörten: Additive Fertigung im Verteidigungsumfeld ist längst keine Bastelei mehr, sondern fester Bestandteil zertifizierter Lieferketten – von der mobilen Fertigung bis zur Ersatzteilversorgung dort, wo kein Lager in der Nähe ist. Somit war spätestens hier klar, dass „gedruckt“ und „serientauglich“ kein Widerspruch mehr sind.
Den Forschungsblick lieferte Prof. Matthias Hien vom Technologie Campus Cham – und sorgte mit einer dieser „Moment, das geht?“-Demos für das hörbarste Staunen des Tages: ein Arbeitskopf, der Normteile wie Muttern oder Magnete vollautomatisch während des Drucks ins Bauteil setzt. Kein Mensch greift mehr ein – gesteuert wird das Ganze über eine Slicing-Software, die in Kooperation mit uns bei CR-3D entstanden ist. Insgesamt genau die Art Forschung, die zeigt, wohin die Reise geht.
Die Pitches: 12 Mal Praxis am Stück
Eine kurze Stärkung gefällig? Dafür sorgte den ganzen Tag Marco Street Food mit seinem Foodtruck – und ja, die Burger waren wieder ein Traum. Bei den Temperaturen die perfekte Grundlage, um danach beim Pitch-Block voll dabei zu sein. Und der hatte es in sich: Zwölf Sprecher, kurze Slots, null Hochglanz-Geschwätz – stattdessen zwölf Mal echte Fertigungspraxis im Schnelldurchlauf.
Es ging quer durch alles, was den industriellen 3D-Druck gerade spannend macht: Felix Weiß (OTH Regensburg) zeigte, wie selektive Laser-Vorwärmung Bauteile messbar fester macht – Forschung zum Anfassen. Tobias Herzog (Tailorlux) machte Filament fälschungssicher und IP unsichtbar nachverfolgbar. Maximilian Cerny-Probst (bavaria certification) brachte die ehrliche Frage auf den Tisch, wie viel Norm und wie viel Pragmatismus Qualitätsmanagement im Druck wirklich braucht. Und Bastian Gaedike (Malping) beantwortete schließlich die Gretchenfrage „PEEK – drucken oder fräsen?“ so klar, dass danach diskutiert wurde.
Dass additive Fertigung in der Industrie angekommen ist, bewiesen die Praxisberichte aus der Region und von unseren Partnern: Christian Platzer (Zollner AG) und Thomas Hanauer (BHTronik) zeigten FDM-Lösungen direkt aus der Elektronikfertigung, Tim Büttner (Festool) erzählte, was passiert, wenn Kunden plötzlich selbst drucken, Walter Zimmerly (Cleverfloat) machte klar: 3D-Druck kann Serie. Darüber hinaus Andreas Kleinfeld (HK Kunststofftechnik) mit FDM als Validierungstool, Mario Marinovic (BluePrint3D) vom Muster zur Serie per 3D-Scan, Daniel Schenk zum Druck in der Werkzeugfertigung und Elias Cajetan (STARK DEFENCE) mit dem Blick aufs Verteidigungsumfeld.
Zwölf Pitches, ein gemeinsamer Nenner: Hier reden keine Theoretiker, hier reden Leute, die das Zeug täglich laufen lassen.
Die Premiere
…und dann kam der Moment, auf den die erste Keynote schon hingedeutet hatte: die Weltpremiere der SmartFAB MatriX, live vor Ort. Kein Render, kein Konzept – das erste Modell der neuen SmartFAB-Serie, ein vollautomatisiertes System für den industriellen FDM-Druck und die skalierbare Kleinserienfertigung.
Mehr dazu gibt es bald an dieser Stelle – es lohnt sich also, dranzubleiben.
Danke an alle, die da waren
Ein Event wie dieses trägt sich nicht von selbst. Deshalb gilt unser größter Dank euch allen, die ihr da wart: unseren Keynote-Speakern, die ihr Wissen geteilt haben, allen Pitch-Gebern und Ausstellern, die den Tag mit Substanz gefüllt haben, unseren Partnern und Förderern aus Wirtschaft und Forschung – und jedem einzelnen Gast, der trotz Affenhitze den Weg nach Cham gefunden hat.
Zehn Jahre CR-3D, und das Beste kommt erst noch. Wir sind immer noch überwältigt. Bis zum nächsten Mal.
Bleibt dran
Zur SmartFAB MatriX kommt bald mehr. Damit ihr nichts verpasst, gibt es alle Updates direkt in den Newsletter.
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Industrial 3D-Printing 2026
CR-3D Tech Day · Rückblick
25. Juni 2026
12:00 – 18:00 Uhr
Zur SmartFAB MatriX